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[Boxart] Name: Resident Evil Archives: Resident Evil Zero

Publisher: Capcom

Genre: Survival-Horror

Spieleranzahl: 1

Pegi: 16+

USK: Ab 16 Jahren freigegeben

Release: 22.01.2010



Resident Evil Archives: Resident Evil Zero


Aus alt mach neu!

Damals im Jahr 2003 kam erstmals ein Resident Evil-Spiel exklusiv für eine Nintendo-Konsole, nämlich Resident Evil Zero. Capcom hat sich nun entschieden, Wii-Besitzern die Möglichkeit zu geben, das Horror-Game auf der Wii nochmal zu erleben. Wie es bezüglich Erneuerungen aussieht, und vor allem ob sich das Spiel auch für Besitzer des Originals lohnt, den Titel nochmal zu kaufen, möchte ich in diesem Review genau erläutern.

Team wider Willen

Zeitlich spielt Resident Evil Zero vor dem ersten Teil des Franchises, es ist also ein Prequel. Das Spezialkommando S.T.A.R.S. entsendet das Bravo-Team in den Raccoon Forest, um merkwürdige Morde aufzuklären. Unglücklicherweise stürzt der Hubschrauber, in dem das Bravo-Team zum Zielort reist, über dem Wald ab. Die Besatzung überlebt und findet sogleich einen Gefangenentransporter inklusive einen Haufen Leichen von Soldaten. Der Häftling, der transportiert werden sollte, ist Billy Coen und entflohen. Ein Teammitglied, das 18-jährige Mädchen Rebecca Chambers, sucht im Regen in einem Zug Zuflucht. Der Zug startet plötzlich, und das Abenteuer beginnt. Im Zug trefft ihr auf den Sträfling Billy, mit dem ihr euch aber widerwillig verbünden müsst, denn in jenem Verkehrsmittel wimmelt es nur von Untoten!



Wiederverwertung³

Dieses Bündnis ist sogleich eines der besonderen Merkmale des Spieles, doch dazu später mehr. Resident Evil Archives: Resident Evil Zero ist ein Survival-Horror-Titel der alten Schule. Damit werden auch sämtliche, manchmal sehr veraltete, Merkmale dieses Genres übernommen: Ihr seht euren Charakter nicht etwa aus der Ego-Perspektive oder aus der Third Person-Sicht, sondern in jedem Raum gibt es fixe Blickwinkel. Bewegt ihr euren Charakter außer Reichweite, schaltet die Kamera automatisch zum nächsten Blickwinkel weiter. Dies funktioniert gut, verursacht aber auch manchmal Probleme im Kampf: Da ihr durch diese fixen Kamera-Standorte die Kamera nicht nachdrehen könnt, seht ihr manchmal einen der Gegner gar nicht auf dem Bildschirm, was es euch erschwert, sich gegen den Feind zur Wehr zu setzen.

Ebenso veraltet, jedoch noch viel nerviger, ist das sehr beschränkte Inventar: Sowohl Rebecca als auch Billy können maximal nur je sechs Gegenstände mit sich tragen. Und bei der Menge an Gegenständen wie Schlüssel, Heilgegenstände, Waffen, Munition und noch vielem mehr ist man oft dazu verdammt, Items zurückzulassen und jene wieder aufzusammeln, sobald ihr diese wieder braucht oder Platz im Inventar frei geworden ist. Immerhin sieht man auf der Karte, wo ihr welchen Gegenstand zurückgelassen habt. Damit bleibt euch wenigstens die Suche erspart. Zusätzlich überholt ist das Speichersystem: Ihr könnt nur an bestimmten Stellen des Spieles speichern, und selbst dann nur, wenn ihr noch eines der im gesamten Spiel verteilten Farbbänder bei euch habt.



Doch nun zum bereits erwähnten, besonderen Feature: Ihr seid meist mit Rebecca und Billy gleichzeitig unterwegs, nur hin und wieder werden sie getrennt. Falls dies passieren sollte, müsst ihr schauen, dass ihr beide schnellst möglichst wieder vereint, denn zusammen ist man im Kampf schließlich wesentlich stärker. Wie das funktioniert? Nun, ihr steuert den gewünschten Charakter, der andere ist computergesteuert. Ihr könnt eurem Partner befehlen, ob er aktiv kämpfen soll oder nicht, ob er mit euch ein Team bilden soll, oder ob jeder seinen eigenen Weg geht. Leider kommt es häufig vor, dass der computergesteuerte Charakter euch einfach nicht unterstützt und stattdessen nutzlos in der Gegend steht.

Die Mischung macht\'s!

Die Rätsel, die ihr oft nur mit Hilfe eures Partners lösen könnt, kommen vielleicht unerwarteter weise ziemlich oft vor und machen fast mehr als die Hälfte des Spieles aus. Ein interessantes Beispiel: Rebecca fällt durch ein Loch in einen Raum, der verschlossen ist. Wie kommt sie raus? Ganz einfach: Mit Billy holt ihr euch den benötigten Gegenstand und schickt diesen eurer Partnerin mittels eines Aufzugsystems in den Raum. Der Rest des Spieles besteht aus Kämpfen gegen Zombies, Höllenhunden, Raben, Spinnen und sonstigen Getier. Gegen diese könnt ihr euch mit verschiedenen Waffen zur Wehr setzen: Anfangs besitzt ihr lediglich ein Messer und eine Pistole, später könnt ihr ein Gewehr oder einen Granatwerfer ergattern. Oder ihr bastelt euch Molotowcocktails, indem ihr leere Flaschen mit Benzin füllt. Die stärkeren Waffen sollte man sich für die gut inszenierten Bosskämpfe aufsparen, ebenso die Heilmittel. Doch auch mit der sonstigen Munition spart man lieber: Diese ist begrenzt und wenn sie euch ausgeht, könnt ihr schneller als euch lieb ist in brenzlige Situationen gelangen!

Abseits der Action wird man von einer sehr gruseligen Atmosphäre begleitet, die euch manchmal in eine sehr unbehagliche Stimmung versetzen wird. Mit Schock-Momenten geizt das Horror-Spiel ebenfalls nicht. Es kann sogar vorkommen, das plötzlich ein Zombie aus einem Schrank stürmt, obwohl ihr in diesem Raum schon einige Male vorher drin wart und damals noch kein Gegner sich dort befand. Natürlich ist das ein Aspekt, der nur für Nicht-Kenner des Spieles gilt, weil Besitzer des Originals wohl schon den Standort jedes Zombies kennen werden. Besonders gut gemacht sind die Story-Sequenzen: Diese sehen toll aus und sorgen für eine noch dichtere Atmosphäre! Zu den gruseligen Momenten des Spieles gesellen sich leider auch überzogene Ladezeiten. Immer wenn ihr eine Tür öffnet, lädt das Spiel zunächst einige Sekunden, was auf Dauer nervt.



Schaurige Steuerung?

Der Steuerung merkt man das Alter des Spieles an: Man bewegt sich mit Links nicht nach links, mit Rechts nicht rechts; stattdessen dreht ihr euch lediglich in diese Richtung und schiebt den Joystick nach vorne oder nach hinten, um sich dann in die Richtung des Charakters zu bewegen. Dies funktioniert anfangs kaum, doch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ist man sogar mit dieser Steuerung vertraut. Eine 180° Drehung funktioniert praktischerweise mit Z + Unten, was euch aus so manchen problematischen Momenten retten kann. Mit B geht ihr in den Kampf-Modus über, demnach zielt ihr nun mit dem Control Stick. Mit A schießt ihr dann auf die blutdurstigen Gegner. Ansonsten untersucht ihr mit A Gegenstände oder nehmt jene in das Inventar auf. Haltet ihr die Z-Taste gedrückt, rennt euer Charakter. Falls nötig, bewegt ihr euren zweiten Protagonisten mit dem Steuerkreuz. Mit dem Minus-Button schaltet ihr zwischen den beiden Figuren hin und her. Plus ruft das Menü auf, 1 die Karte und mit der 2-Taste gebt ihr eurem Partner Anweisungen. Erfreulicherweise kann man auf mehrere Steuerungsvarianten zurückgreifen. So unterstützt das Remake nicht nur die Kombination aus Wii Fernbedienung und Nunchuk, sondern auch das Game Cube-Pad und den Classic Controller.

Grafik & Sound

Grafisch wurde zwischen dem Game Cube-Original und der Wii-Fassung nichts geändert. Dennoch muss man sagen, dass es grafisch trotzdem eines der besseren Wii-Games ist – die Charakter- und Gegner-Modelle sehen gut aus und sieht auch gut animiert. Die vorgerenderten Hintergründe sehen sowieso super aus. Eine Veränderung gibt es technisch dann aber doch noch: Das Bild wurde etwas gezerrt, um einen 16:9 Modus vorzutäuschen – viel besser jedenfalls als eine 4:3 Darstellung!



Zur tollen Atmosphäre des Spieles trägt auch die Hintergrundmusik viel bei, denn die furchteinflößenden Musikstücke sind allesamt ein Ohrenschmaus und passen gut in das Spiel. Prima ist auch die (englische) Sprachausgabe.

Fazit

Jetzt die Antwort auf die Frage, die sich wohl viele gestellt haben: Lohnt sich ein Kauf nochmal? Die Antwort: Nein! Kenner des Spieles finden das nahezu exakt gleiche Spiel vor. Das kann auch der Budget-Preis von rund 30 € nicht wett machen. Für Neulinge hingegen ist das Horror-Spiel bedingungslos zu empfehlen – solange man natürlich die Nerven für ein derartiges Spiel hat! Denn technisch ist Resident Evil Archives: Resident Evil Zero immer noch ziemlich gut, wodurch die Atmosphäre klasse ist. Nur gameplaytechnisch wäre dringend Feinschliff nötig gewesen.

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!



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Von da_Bak am 13.02.2010 um 10:08 Uhr
 

Resident Evil Archives: Resident Evil Zero
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Gesamt 8.0 / 10












 
 

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